Aktion kritischer Schüler_innen

Feminismus

Oft wird uns erklärt, Frauen* seien „eh schon gleichberechtigt“, doch das ist eine falsche Darstellung der Tatsachen. Noch heute sind Frauen* in vielen Bereichen benachteiligt – egal ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Leben. Zwar auf dem Papier gleichberechtigt, verdienen Frauen* noch immer rund ein Viertel weniger, werden in Rollenbilder gezwängt oder als Sexobjekte gesehen.

Um ein starkes Zeichen zu setzen und Schritte nach vorne zu machen, beschäftigt sich die AKS intensiv mit den verschiedensten Facetten der Diskriminierung von Frauen*.

Die Gläserne Decke und der SV-Genderreport

Frauen* verdienen im Beruf durchschnittlich 23,85% weniger als ihre Kollegen*. Doch das ist nicht die einzige Hürde in der Arbeitswelt. Frauen* haben höhere Bildungsabschlüsse als Männer* und trotzdem findet man kaum Frauen* in Spitzenpositionen von Unternehmen.
Dieses als gläserne Decke bezeichnete Phänomen findet man nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch im schulischen Vertretungssystem. Um dies aufzuzeigen, führen wir jedes Jahr den SV- Genderreport durch. Dieser soll das Geschlechterverhältnis in der österreichischen Schüler_innenvertretung beleuchten und Lösungsansätze bieten. Denn die strukturelle Benachteiligung von Frauen* beginnt schon in der Schule und es liegt an uns, dem entgegenzuwirken!
Hier kannst du den aktuellen SV-Genderreport downloaden. [PDF]

Frauen*förderung

Frauen*förderung und frauen*politische Schwerpunkte sind ein wichtiger Teil unserer Arbeit in der AKS. Das bedeutet für uns, dass wir geschlechtergerecht sprechen, stets auf ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis achten und auch geschlossene Veranstaltungen nur für Frauen*, Inter- und Trans*personen anbieten.
Wir als AKS wollen Frauen* aktiv fördern und ihnen jenen Platz geben, der ihnen in unserer Gesellschaft genommen wird. Dabei ist es für uns besonders wichtig, Frauen*freiräume zu schaffen, in denen sich Frauen* vernetzen und bestärken können. In den Landesorganisationen und Ortsgruppen bietet die AKS geschlossene Frauen*arbeit an und auf Seminaren gibt es immer einen Frauen*raum als Rückzugsort.
Ein besonderes Highlight des Jahres ist das Feministische Seminar (FemSem), bei dem sich Frauen*, Inter- und Trans*personen aus ganz Österreich ein Wochenende lang in Workshops mit verschiedenen Themen auseinandersetzen und sich untereinander vernetzen können. Weitere Informationen dazu findest du unter www.femsem.at!
Unsere gesamte Frauen*arbeit ist trans* und interinklusiv. Die AKS will einen geschlossenen Raum für alle Menschen bieten, die Diskriminierung aufgrund ihrer gender identity erfahren. Ein Schutzraum für alle, deren Identitäten vom Patriachat unterdrückt werden. Ausschlaggebend sind hierbei nicht biologische Merkmale, sondern die systematische Benachteiligung aufgrund gesellschaftlicher und sozialer Identität. (mehr zu Identitäten findest du hier)

Rollenbilder WTF?

Rollenbilder werden uns in jedem gesellschaftlichen Zusammenhang antrainiert. Darunter leiden wir alle, denn warum kann ich als Mädchen* nicht genauso gern Fußball spielen oder als Junge* Autos blöd finden? Gerade im Bildungssystem müssen wir versuchen, Rollenbilder abzubauen, doch passiert es in der Schule immer noch oft, dass Lehrpersonen Schüler* und Schülerinnen* ganz unterschiedlich behandeln. Das drückt sich unter anderem dadurch aus, dass Lehrpersonen Schüler* in Fächern bevorzugen in denen Schülern* mehr Interesse und Wissen zugeschrieben wird – also z.B. Mathematik, Physik oder Geografie.

Wir unterstellen Lehrer_innen nicht, dass sie das absichtlich machen! Vielmehr ist es ein gesamtgesellschaftliches Problem, dessen Auswirkungen auf diese Weise in der Schule zu spüren sind. Doch wird ebenjenes Problem durch die Verbreitung von Rollenbildern nur noch verstärkt. Denn wenn sich die Darstellung von Frauen* im Unterricht und in Schulbüchern auf Haushaltsarbeit beschränkt, wenn Buben* in einer Klassengemeinschaft mehr Raum einnehmen als Mädchen*, wenn Lehrer_innen in Bereichen wie Gleichstellung der Geschlechter keine speziellen Schulungen erhalten, wenn sexistische Witze zum Alltag gehören, dann wirkt sich das alles auf die Weltbilder und Einstellungen der Schüler_innen aus.

Sei frech und wild und wunderbar!

Sensibilisierung bezüglich Rollen und Klischees muss also in der Schule beginnen! So ist die Zeit, die wir in der Schule verbringen, maßgeblich an der Entwicklung, der Ausformung unserer Persönlichkeit und unserer Bewusstseinsschaffung beteiligt. Es gilt, Klischees zu hinterfragen, sich selbst zu reflektieren und gegen Rollenbilder anzukämpfen. Gemeinsam müssen wir uns gegen Sexismus stellen und die Augen offen halten, wenn Diskriminierung passiert!

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* Der sogenannte Genderstar soll dazu anregen, die eigenen Vorstellungen von Geschlecht zu hinterfragen. Menschen, die sich nicht in das binäre System „Mann und Frau“ einordnen wollen oder können wird Platz geben und die stereotype Vorstellung von einer heterosexuellen, weißen, nicht-behinderten Person, deren Eigendefinition ihres Geschlechts mit dem biologischen übereinstimmt wird aufgebrochen.