Aktion kritischer Schüler_innen

Anti-Klassismus

Für die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft gibt es einen Begriff. Er nennt sich Klassismus.

Wir sollten uns wieder Klassenfragen zuwenden

Benachteiligung, die auf der Herkunft aus einer „niederen“ Klasse basiert, zeigt sich auf unterschiedliche Weisen auch in Österreich, am stärksten durch die massive Schere zwischen Arm und Reich. In Österreich besitzen 5% der Bevölkerung 80% des Gesamtvermögens, im Jahr 2012 waren 1,5 Millionen Menschen von Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung betroffen.

Aber auch auf anderen Ebenen, wie einer elitären Bildungs- oder Familienpolitik, zeigt Österreich alles andere als eine gleichberechtigte Gesellschaft auf, in der die eigene Herkunft keine Rolle spielt. Im Bildungssystem haben Kinder aus sozial benachteiligten Familien weniger Chancen, eine höhere Bildung zu bekommen. Bildung in Österreich ist noch immer mit hohen Kosten verbunden – Schulbücher, Klassenreisen, Studiengebühren und private Nachhilfe sind für viele Familien eine große finanzielle Hürde, die weiter zu einer Selektion aufgrund der sozialen Herkunft führt.

Nicht zu vergessen sind jedoch auch in unserer Gesellschaft verankerte Bilder von Armen, (Lohn-) Arbeiter_innen, Besitzlosen etc., die vor allem im sogenannten „Assi-TV“ als sozial und kulturell wertlos dargestellt werden. Deine Sprache, deine Kleidung, dein Verhalten – das alles bewerten Menschen an dir und stecken dich anhand dessen in irgendeine Schublade.

Ein kleiner Schritt nach links

Gerade in der Schule könnten wir damit anfangen, gesellschaftliche Ungerechtigkeiten abzubauen. Doch ganzheitliche Bildung für alle ist noch lange nicht Realität, noch immer hängen die Bildungschancen von Schüler_innen in Österreich von der sozialen Stellung der Eltern und vom Geschlecht ab. Die Möglichkeit auf Bildung ist wesentlich von Herkunft, Religion, sozialer Klasse, Geschlecht und vermeintlichen Behinderungen der Kinder abhängig. Soziale Selektion fördert Bildungseliten und Ungleichheiten im Bildungssystem.

Vor allem die frühe Entscheidung zwischen Gymnasium, Neuer Mittelschule und Hauptschule hängt in vielen Fällen von der finanziellen Situation der Eltern ab und trennt unseren Bildungsweg schon frühzeitig. Deswegen setzen wir uns für die Einführung der Gesamtschule von 6 bis 14 ein, in der alle Kinder nach ihren Talenten und Interessen gleichberechtigt gefördert werden können.