Aktion kritischer Schüler_innen


Der Montag kann nichts dafür

Unser Bildungssystem ist schon lange veraltet. Wir als Schüler_innen haben uns damit abgefunden, dass Schule, wie wir sie kennen, nicht immer spannend, lustig und fair ist. Auch Bildungsreformen ändern daran nur wenig. Warum? Weil die, die täglich in die Schule gehen, die Fehler im System nicht nur sehen, sondern wissen, wie sie ausgebessert werden können – aber nicht mitbestimmen dürfen. Es wird Zeit, dass sich die drei grundlegenden Bereiche der Schule Unterricht, Mitbestimmung und Finanzierung endlich ändern.  Nicht der Montag ist dafür verantwortlich, dass wir uns nach dem Wochenende nicht auf die Schule freuen, sondern unser Bildungssystem, das nur wenig Platz für modernen Unterricht, Mitbestimmung und Chancengleichheit lässt.

Gute Bildung, schönes Leben, sollte es für alle geben!

Um meinen Schulalltag zu verändern, muss für mich klar sein, wie ich denn überhaupt in die Schule komme. In ganz Österreich gibt es andere Regeln für Schüler_innentickets. Während die einen von uns ins anliegende Ausland oder Bundesland fahren können, dürfen die anderen lediglich bis zur Stadtgrenze fahren. Nur gemeinsam sind wir laut und können unsere Schule neu gestalten! Dafür müssen wir uns aber austauschen können. Nichts leichter als das, gäbe es ein Ticket mit dem wir quer durch Österreich fahren können. In der Schule angekommen, brauche ich aber auch möglichst viel Energie, um den Schultag gut zu überstehen – die richtige Verpflegung darf nicht fehlen! Damit wir alle eine gesunde Jause und ein stärkendes Mittagessen bekommen, brauchen wir Schulbuffets, die uns sowohl eine günstige als auch ausgewogene Ernährung ermöglichen. Nur so gelingt der Montag sorgenfrei!

Deshalb fordern wir:

  • Einführung eines österreichweiten, leistbaren Schüler_innentickets
  • Gesundes und tatsächlich günstiges Schulbuffet und Mittagessen an allen Schulen

 

Mitbestimmung statt Bevormundung

Nur wer über die eigenen Rechte informiert ist, kann auch etwas verändern und nur wer Mitbestimmung hautnah miterlebt, entwickelt Demokratiebewusstsein. Damit wir über unsere Rechte informiert sind, braucht es ausgebildete Schulrechtsexpert_innen an allen österreichischen Schulen. Auch das veraltete Wahlsystem der Landes- und Bundesschüler_innvertretung (LSV/BSV) muss endlich überarbeitet werden, „denn Wahlen alleine machen noch keine Demokratie“. Wir fordern daher als ersten Schritt Richtung Wahl der LSV/BSV durch alle Schüler_innen die Einführung der „Kleinen Direktwahl“. Doch auch die gesetzliche Verankerung von Schüler_innenparlamenten, wo wir uns untereinander austauschen und diskutieren können, soll in das Schüler_innenvertretungsgesetz aufgenommen werden. Nur so können wir gleich am Montag beginnen, unsere Schulen zu verändern!

Deshalb fordern wir:

  • Eine_n Schulrechtsbeauftragte_n an jeder Schule
  • Modernisierung des Schüler_innenvertretungsgesetz

 

Unterricht im 21. Jahrhundert

Warum gibt es Unterrichtsstunden, die wie im Flug vergehen und andere, die unendlich lange dauern? Warum wissen die einen Lehrpersonen wie sie problemlos den Beamer bedienen, und die anderen nicht einmal, wie man einen Overheadprojektor benutzt? Warum gibt es Lehrpersonen, die kinderleicht Konflikte lösen und andere, die in der Klasse herumschreien? Aktuelle Inhalte, moderne Technik und eine fundierte pädagogische Ausbildung sind Antworten auf diese Fragen.  Um selber zu Technikexpert_innen, Konfliktmanager_innen und Mitbestimmungsprofis zu werden, brauchen unsere Lehrpersonen einen kostenlosen Zugang zu pädagogischen und geschlechtersensiblen Aus- und Weiterbildungen. Dadurch kann erreicht werden, dass sie wissen, wie sie die Stunden in unseren Klassen möglichst interessant, aktuell und vielfältig gestalten können. Nur so macht Unterricht auch am Montag Spaß!

Deshalb fordern wir:

  • Ausfinanzierte, verpflichtende und geschlechtssensible Aus- und Weiterbildungen von Lehrpersonen
  • Anpassung der Unterrichtsinhalte und Materialien an das 21. Jahrhundert

 

Pizza rolls – not gender roles!

Täglich werden wir mit ihnen in der Schule konfrontiert – auf zahlreichen Seiten sind sie in Beispielen und Bildern versteckt: Rollenbilder. Während in Mathematikbüchern zu oft nur von Wissenschaftlern und Köchinnen die Rede ist, sieht man im Englischbuch viel öfter Frauen* beim Telefonieren und Männer* beim Sport machen. Das war schon immer so – auch schon als wir in der Volksschule waren und unser erstes Mathematikbuch in den Händen hielten. Lernen wir von klein auf, wie wir uns laut Rollenbildern zu benehmen haben, kommen wir nur schwer davon los, auch Dinge zu tun, die vielleicht nicht typisch weiblich* oder typisch männlich* sind.  Es braucht also Schulbücher, in denen Rollenbilder vermieden und aufgebrochen werden, um einen geschlechtersensiblen Unterricht zu fördern. Nur so beginnt schon der Start in die Woche ohne Rollenbilder!

Deshalb fordern wir:

  • Aufbrechen von Rollenbildern in Schulbüchern

 

Hier findest du unseren Aktionspool mit 16 Projekten, für ein Semester, das anders ist!