Aktion kritischer Schüler_innen


Sozial Gerecht!

Der zweite Kampagnenschwerpunkt „Sozial Gerecht!“ wurde mit der Medienaktion „Nachhilfe für Sebastian Kurz“ eröffnet.


 

Erhöhung der Schulbeihilfe

„Zeig mir die Geldbörse deiner Eltern und ich sag dir deine Bildung.“

Schon lange ist klar – Schule ist keinesfalls kostenlos. Immer wieder fallen Kosten an, wie Schulsachen, Ausflüge, Nachhilfe, Sprachreisen etc., die nicht für alle Familien leistbar sind. Deswegen gibt es in Österreich seit 1983 die Schulbeihilfe, die Schüler_innen ab der 10. Schulstufe beantragen können. Maximal werden hierbei pro Schuljahr einmal 1.130 Euro ausgezahlt. Das entspricht im Monat ca. 94 Euro. Bei der Beurteilung der sozialen Bedürftigkeit wird hierbei ein Auge auf Einkommen der Familie, Familienstand und Familiengröße gelegt[1].

Der Grundbetrag von 1.130 Euro ist seit 10 Jahren, also seit 2007, nicht mehr an die Inflation angepasst worden, während Ausgaben für den Schulbesuch weiterhin steigen.  Laut der Schulkostenerhebung der AK Wien müssen Eltern im Schnitt jedes Schuljahr 1.300 Euro pro Schulkind ausgeben[2].

Ein Beispiel der AK Oberösterreich: Leyla ist eine 16-jährige Schülerin, ihr Bruder Thomas ist 13 Jahre alt, der Vater ist Hausmann, die Mutter verdient 1.580 Euro brutto im Monat. Leyla bekommt dadurch gerade einmal diese 94 Euro monatliche Schulbeihilfe. Mit jedem Euro, den ihre Mutter mehr verdient, sinkt die Schulbeihilfe rapide.[3]

„Laut Preisindex müsste der Grundbetrag der Schulbeihilfe bereits um 20 Prozent angehoben werden, ebenso die Grenzen der sozialen Bedürftigkeit. Mit der finanziellen Realität der Eltern haben die geltenden Werte nur mehr wenig zu tun“, kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die Schulbeihilfe kann erst ab der 10.Schulstufe beantragt werden. Mit der 9.Schulstufe fangen Schüler_innen eine weiterführende Schule an. Vor allem hier müssen viele neue Besorgungen gemacht werden. Finanzielle Faktoren sind für Eltern immer noch ausschlaggebend dafür, ob sie ihr Kind in eine höhere Schule schicken oder nicht – vor allem für finanziell schwächer gestellte Familien[4].

Forderungen:

Mit dem Wintersemester 2017 wurde die Studienbeihilfe, die eine Hilfestellung für sozial benachteiligte Studierende ist, an die Inflation angepasst. Genau das gleiche muss jetzt mit der Schulbeihilfe passieren. Der Grundbetrag müsste nach 10 Jahren um 20% höher sein – statt 1.130 Euro also ca. 1.356 Euro.

Forderung 1: Anpassung der Schulbeihilfe nach 10 Jahren an die Inflation – von 1.130 Euro auf ca. 1.356 Euro! Eine Erhöhung von min. 20%!

Die Schulbeihilfe ist erst für Schüler_innen ab der 10.Schulstufe. Schon viel früher sind Eltern jedoch auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Haben sie diese nicht, haben nicht alle Familien die finanziellen Ressourcen ihre Kinder bis in die 10.Schulstufe zu schicken. Nach der 9.Schulstufe sind Kinder nicht mehr Schulpflichtig und können somit in der 10.Schulstufe bereits einer Arbeit nachgehen und somit die eigene Familie finanziell unterstützen. Das Einschlagen dieses Lebensweges entscheidet sich oft schon vor Beendigung der 9.Schulstufe und passiert oftmals ab der 5.Schulstufe. Deswegen braucht es die Schulbeihilfe schon so früh wie möglich. Nie soll das Einkommen der Eltern entscheiden, was für ein Bildungsweg eingeschlagen wird.

Forderung 2: Schulbeihilfe ab der 5. Schulstufe statt der 10. Schulstufe.

 


[1]               https://www.bmb.gv.at/schulen/befoe/sbh/index.html#1schulbeihilfe (30.11.2017)

[2]               https://wien.arbeiterkammer.at/beratung/bildung/schule/Schule_Eltern_muessen_zahlen.html (30.11.2017)

[3]               https://ooe.arbeiterkammer.at/service/presse/presseaussendungen/Schulbeihilfe__AK_fordert_Anpassung.html (30.11.2017)

[4]               https://media.arbeiterkammer.at/wien/SWSAktuell_2012_09.pdf (30.11.2017