Aktion kritischer Schüler_innen


Klarheit schaffen!

1. November 2020

Ad: Bildungsdirektion für Vorarlberg; Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Klarheit schaffen!

Vorgestern, am 30.10.2020, erhielten alle Direktionen ein E-Mail von der Bildungsdirektion, in welchem stand, dass die Schulampel weiterhin auf GELB gelassen werde und somit der Unterricht der Oberstufen weiterhin in Präsenz abgehalten wird. Nur eine Woche davor wurde noch dazu angewiesen, Konzepte für einen Schichtbetrieb nach den Herbstferien auszuarbeiten – auch hier wurden die Direktionen völlig im Stich gelassen. Nun bleiben doch alle Oberstufen zuhause?

Lassen wir uns die Situation einmal auf der Zunge zergehen: Schüler_innen, Lehrpersonen und Erziehungsberechtigte erfahren am Montag, ob die Schulen am Dienstag öffnen. Ob Schularbeiten, Tests und Referate am Mittwoch durchgeführt werden können. Ob ihr Alltag den gewohnten Schritt weitergehen kann oder nicht.

In Bereichen wie Handel, Wirtschaft und Gastronomie herrscht einigermaßen Klarheit, doch über 300 000 Schüler_innen der Sekundarstufe II, die Personen, welche die Gesellschaft von Morgen bilden werden und auf die, die Gesellschaft von Heute angewiesen sein wird, werden im Regen stehen gelassen.

Dass Schulschließungen angesichts der Zahlen nötige Maßnahmen sind, wird nicht in Frage gestellt. Aber dieses hin und her zeigt, dass man nichts aus dem ersten Lockdown lernen konnte: Die Schulampel ist gescheitert – statt Klarheit zu schaffen, stiftet sie Verwirrung.
Schüler_innen, die im ersten Lockdown im Stich gelassen wurden, werden schon wieder im Stich gelassen. Es fehlt immer noch die Möglichkeit für diese, die leerstehenden Räume in Schulen als Lernort zu verwenden. Daher wollen wir, dass die leerstehenden Räume in Schulen für all jene Schüler_innen geöffnet werden, die zuhause keine ausreichende Lernatmosphäre haben.

Es ist abstrus, dass immer noch nicht klar ist, ob kommende Woche Schularbeiten stattfinden. Wir fordern: Keine Schularbeiten ohne adäquaten Vorbereitungsunterricht – und zwar physisch!

Mit neuerlichem Distance-Learning wurde es außerdem unmöglich, den heurigen Maturant_innen faire Prüfungsbedingungen zu gewährleisten – immerhin fehlt den meisten noch Stoff vom Vorjahr! Eine Matura, die aus Leistungen zusammengestellt wird, die bereits erbracht wurden, ist unumgänglich!

Wir fordern Klarheit!

Annika Wakolbinger, BMHS Landesschulsprecherin
Maximilian Kubesch, AHS Landesschulsprecher
Roni Hoti, BS Landesschulsprecher