Aktion kritischer Schüler_innen


Stellungnahme zum voraussichtlichen Ende der Bildungsreform

9. Juni 2017

Oft änderte sich in den letzten Tagen der Stand zur Abstimmung der Bildungsreform. Die ÖVP hätte sich endlich durchgerungen der Gesamtschulmodellregion zuzustimmen. Doch am Mittwoch änderte sich alles. Wirtschaftsminister Mahrer ließ zwischen den Zeilen durchblicken, dass er das Paket an die Studienplatzfinanzierung, also an Zugangsbeschränkungen koppeln will.

„Das ist schon einmal der erste Skandal, dass hier ein jahrelang verhandeltes Paket plötzlich auf der Zielgeraden noch an ein anderes Projekt gekoppelt werden soll!“, so zeigt sich Jasmin Chalendi, Bundesvorsitzende der Aktion kritischer Schüler_innen empört. Grundsätzlich kann gegen ein ganzheitliches Bild von Bildung zwar nichts einzuwenden sein, kritisch muss aber eine Beschränkung der Universitäten gegen das Wohl der Schüler_innen gesehen werden. „Dass Aufnahmeverfahren an den Universitäten immer auch eine soziale Selektion nach sich ziehen, ist bekannt und von der ÖVP sicherlich auch gewollt. Denn wer ein Schulsystem beibehalten will, in dem Bildung vererbt wird, will auch elitäre Hochschulen!“, kritisiert Jasmin.

Zu später Stunde trat dann Sebastian Kurz in der ZiB2 auf und erklärte, die ÖVP wolle die Schulreform nun doch mit der FPÖ umsetzen – der Forderung der FPÖ nach mehr getrennten Deutsch-Klassen kommt Kurz gerne nach. „Dass Kurz leugnet, dass es eine Einigung mit Grünen und SPÖ in der Frage der Modellregionen gäbe und er sich dann sofort wieder auf die Seite der FPÖ schlägt, lässt einiges für die Bildungspolitik in der Zeit nach der Wahl im Oktober offen“, erklärt Jasmin.

„So viel ist sicher, bei einer Regierung mit Kurz und der FPÖ ist es vorbei mit progressiver Bildungspolitik. Doch dann werden wir Schülerinnen und Schüler erst recht auf die Straßen gehen und für ein demokratisches und sozial gerechtes Schulsystem kämpfen!“, zeigt sich Jasmin abschließend kämpferisch.