Aktion kritischer Schüler_innen


#agleaks: Schülerunion darf nicht länger schweigen!

13. Mai 2017

Im Skandal rund um menschenfeindliche, antisemitische und NS-verharmlosende Postings in WhatsApp- und Facebook-Gruppen der Aktionsgemeinschaft Jus scheint es nun auch Überschneidungen zu der, der AG nahestehenden, Schülerunion zu geben. Es gibt Hinweise darauf, dass zumindest ein – mittlerweile klammheimlich ausgeschlossenes –Bundesvorstandsmitglied der Schülerunion Mitglied der Facebook-Gruppen war und bei den Nationalsozialismus verharmlosenden Postings, auf „Gefällt mir“ geklickt hat.

Ob sich noch weitere Mitglieder der Schülerunion in den Gruppen befanden, ist noch nicht geklärt. „Wir haben der Schülerunion bereits vorgestern die Möglichkeit gegeben – bevor wir uns dazu äußern – eine öffentliche Stellungnahme zu den Vorfällen abzugeben. Da von Seiten der Schülerunion bis jetzt geschwiegen wird, fordern wir sie hiermit öffentlich dazu auf, Aufklärungsarbeit zu leisten und sich endlich zu Wort zu melden.“, fordert Jasmin Chalendi, unsere Bundesvorsitzende.

„Dass sich menschenfeindliches Gedankengut in ÖVP-nahen Jugendorganisationen durchzieht, ist seit den Leaks klar. Dass viele Indizien mittlerweile dafür sprechen, dass auch ein Mitglied des Bundesvorstandes der Schülerunion an den NS-Verharmlosungen teilhatte, zeugt davon, dass der ÖVP mit all ihren Vorfeldorganisationen die politische Konsequenz fehlt, solche Entwicklungen zu verhindern.“, stellt Jasmin in aller Härte fest.

Die Schülerunion versteht sich, ebenso wie die Aktionsgemeinschaft, als unpolitische Service-Organisation. „Der Vorfall zeigt wieder einmal, wie wichtig die Einbindung von Gesellschaftspolitik in die tägliche bildungspolitische Vertretungsarbeit ist. Am Beispiel der Aktionsgemeinschaft sowie der Schülerunion kann man genau sehen, dass nach außen scheinbar unpolitische Organisationen im inneren einen Raum für menschenfeindliche und veraltete Ideen schaffen können“, ergänzt Jasmin.

„Uns ist wichtig klarzustellen, dass es hier nicht um persönliche Angriffe geht, sondern darum, dass wir als Aktion kritischer Schüler_innen, als Organisation, die Schülerinnen und Schüler aller Religionen, sozialen Hintergründe, Geschlechter und Identitäten vertritt, nicht einfach schweigen können, wenn sexistische, antisemitische oder den Holocaust verharmlosende Aussagen von Mitgliedern einer Schüler_innenorganisation begrüßt werden“, so Jasmin.