Aktion kritischer Schüler_innen


SV-Genderreport 16/17

8. März 2017

Anlässlich des Weltfrauen*tags veröffentlicht die AKS die Ergebnisse des SV-Genderreports für das Schuljahr 2016/17. Für diese Erhebung, welche im sechsten aufeinanderfolgenden Jahr statt fand, wurden 876 AHSen und BMHSen der Sekundarstufe II angefragt, 238 Schulen nahmen teil, jedoch waren schlussendlich nur 175 Schulen für die Analyse relevant. Diese umfassen insgesamt 91.075 Schüler_innen aus AHSen und BMHSen in ganz Österreich.

Der Report zeigt auf, dass – trotz einer Mehrheit an Schülerinnen* – Frauen* nur knapp mehr als ein Drittel der Schulsprecher_innen stellen. Ein Phänomen, dass es so ähnlich auch am realen Arbeitsmarkt gibt. „Gesellschaftliche Probleme machen vor unseren Schultoren keinen Halt. Diskriminierung und Ungleichheiten zeichnen sich schon in der Schule ab. Sie müssen schon hier aufgezeigt und bekämpft werden“, kommentiert Jasmin, Bundesvorsitzende der AKS, die Ergebnisse.

Gründe für das Ungleichgewicht in den Schüler_innenvertretungen sieht Jasmin in der immer noch stark ausgeprägten Vermittlung von klassischen Rollenbildern in der Schule – durch Unterrichtsmaterialien und das Verhalten von Lehrpersonen, aber auch durch das Fehlen weiblicher* Vorbilder in Spitzenpositionen. „Bereits als Kinder und später als Jugendliche erlernen wir nicht nur gängige Geschlechterklischees, sondern auch, wie wir sie am besten reproduzieren. Dazu gehört auch, dass Männern* eher Führungskompetenzen zugesprochen werden als Frauen*. Doch gerade im Rahmen des Unterrichts sollte das Ziel sein, solche Zuschreibungen kritisch zu hinterfragen und aufzubrechen“, so Jasmin.

Jasmin sieht, dass in der Schule Maßnahmen zur Frauen*- und Mädchen*förderung ergriffen werden müssen: „Geschlechterspezifische Förderung muss Eingang in den Unterricht finden, um Ungleichheiten auszugleichen. Es braucht im ersten Schritt rollenfreie Schulbücher und noch besser für das Thema sensibilisierte Lehrpersonen.“ Jasmin ergänzt: „Es braucht aber auch weibliche* Vorbilder in unseren Vertretungsebenen. 27,59% Frauen*anteil in der BSV und lediglich 7 Landesschulsprecherinnen* von insgesamt 27 sind inakzeptabel.“

„Wir wollen Mädchen* und Frauen* dazu ermutigen, sich in der Vertretung zu engagieren. Die gläserne Decke, die es bereits in der Schule gibt, gilt es aufzuzeigen und zu zerschlagen“, so das ganze Team der AKS abschließend.

Der vollständige Report ist online verfügbar.