Aktion kritischer Schüler_innen


Mensch ärgere dich!

3. März 2017

Unsere neue Kampagne „Mensch ärgere dich!“ ist da!

„Der Titel der Kampagne sagt für uns genau das aus, was wir als AKS erreichen wollen – junge Menschen sollen angesichts unmenschlicher, konservativer und rechter Politik wieder wütender werden und sich über all die Ungerechtigkeiten in Österreich ärgern!“, fasst unsere Bundesvorsitzende Jasmin Chalendi die neue Kampagne zusammen.

Die Kampagne wird in drei Phasen aufgebaut sein, die jeweils unterschiedliche Aspekte von gesellschaftlichem Widerstand aufgreifen. „Wir beginnen damit, dass wir sagen: wir müssen uns bilden, um Missstände in unserer Gesellschaft überhaupt erst zu begreifen. Hier fordern wir politische Bildung als eigenes Unterrichtsfach in allen Schultypen ab der 5. Schulstufe!“, erklärt Jasmin den Beginn der Kampagne. Politische Bildung gibt es bereits als eigenes Unterrichtsfach an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, an allgemein bildenden höheren Schulen (Gymnasium-Oberstufe) und an allen Unterstufen fehlt eine solide politische Grundausbildung jedoch meist. Die langjährige Forderung nach einem eigenen Fach wird in dieser Kampagne noch einmal verstärkt und erneuert.

„Nachdem wir verstanden haben, wie die Gesellschaft aussieht, müssen wir kritisieren, was uns und von Diskriminierung Betroffene an ihr stört. Hier haben wir uns einen Punkt herausgenommen, der sonst oft untergeht – Medien an der Schule“, stellt Jasmin in einer Presseaussendung fest. „Fake News, alternative facts – diese Begriffe werden gerade vielfach benutzt, um ein bestimmtes Phänomen zu beschreiben. Was wir als Schülerinnen und Schüler jedoch festgestellt haben, ist, dass Medien schon immer sehr unreflektiert im Unterricht eingesetzt werden. Wir fordern daher, dass Medien, die nicht den journalistischen Ehrenkodex unterschrieben haben, im Unterricht als solche gekennzeichnet werden und kritisch hinterfragt werden werden müssen!“

In der dritten Phase der Kampagne möchte die Organisation mehr Schülerinnen und Schüler dazu bewegen, sich aktiv in das politische Leben miteinzubringen. Im Zuge der Kampagne will Jasmin auch hier einen kritischen Punkt ansprechen: „Es ist zwar ein oft tabuisiertes Thema, aber es gibt immer noch rechte Lehrpersonen, die ihre Ideologie in den Unterricht mit einfließen lassen, egal ob das ganz offen oder eher subtil geschieht.Viele Schülerinnen und Schüler fühlen sich hier angegriffen, trauen sich aber nicht, zum Direktor oder der Direktorin zu gehen.“
Deshalb fordert Chalendi: „Wir Schülerinnen und Schüler brauchen eine Anlaufstelle, um anonym rechte Lehrpersonen melden zu können, denn rechtes Gedankengut hat in unserer Schule nichts zu suchen.!“

Abschließend rufen wir alle Schülerinnen und Schüler Österreichs dazu auf, sich an den Aktionen gegen rechts zu beteiligen und die Forderungen zu verbreiten: „Nur gemeinsam können wir etwas erreichen, darum meinen wir jeden Schüler und jede Schülerin Österreichs, wenn wir sagen: ‚Mensch ärgere dich!‘“

Die Kampagne „Mensch ärgere dich“ wird vor über 180 Schüler_innen aus ganz Österreich im Rahmen des Schüler_innenvertretungskongress (SVK), dem größten Seminar für Schulsprecher_innen und deren Stellvertretungen, präsentiert. Ab 19 Uhr ist die Vorstellung der Kampagne auch via Facebook live zu sehen.

Materialien zur Kampagnekönnen online unter www.mensch-aerge-dich.aks.at kostenlos angefordert werden. Außerdem kann man dort auch unseren Simulator, der die Auswirkung rechter Bildungspolitik in Österreich auf die fiktive Schülerin* Samira zeigt.