Aktion kritischer Schüler_innen


Solidarität wirkt

13. Mai 2016

2016 feiern wir 71 Jahre Kriegsende und 61 Jahre Staatsvertrag. Nicht nur dieses Jahr sollten wir an die Gräueltaten des NS-Regimes zurück denken, reflektiert die Geschichte aufarbeiten und uns in Erinnerung rufen, was vor rund 80 Jahren begann und wie das passieren konnte.

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ (George Santayana)

Viel zu oft sehen wir in letzter Zeit an unseren Schulen wie Schüler_innen die Augen verdrehen und seufzen, wenn wieder die Rede vom Nationalsozialismus ist. Doch in einer Zeit, in welcher rechte Parteien immer mehr Zuspruch von Wähler_innen gewinnen, sich immer mehr Jugendliche von Rechtpopulismus begeistern lassen und faschistische Verbrechen in Vergessenheit geraten, liegt es an uns wieder daran zu erinnern, was vor 71 Jahren beendet wurde. Vor 97 Jahren nahm der erste Weltkrieg sein Ende und durch die völlige Zerstörung und Neuordnung Europas bildete sich der Nährboden für Hass, der uns wiederum in einen Weltkrieg stürzte. Nachdem abermals der europäische Kontinent in Trümmern lag und beinahe eine gesamte Generation, ganze Ethnien dem Erdboden gleichgemacht wurden, darf es nie wieder eine derartige Katastrophe geben.

Um unsere heutige Gesellschaft verstehen zu können, müssen wir unsere Vergangenheit verstehen. Was 1933 begann, kann niemand ungeschehen machen. Trotzdem ist es unsere Chance und unsere Verantwortung aus diesen Fehlern zu lernen und uns an diese schreckliche Zeit zu erinnern. Denn nur solange wir uns erinnern, können wir den Frieden und Humanität wahren.

Auch in der Schule gilt: Kein Vergeben – Kein Vergessen

Erinnern, aufarbeiten und sensibilisieren muss besonders auch an dem Ort passieren, an dem Schüler_innen den Großteil ihrer Zeit verbringen. Und zwar in der Schule. Denn dort werden wir Tag für Tag mit genau solchen Dingen wie Zusammenleben, Gruppendynamiken und Klassengemeinschaft konfrontiert. In der Schule bleibt leider oft keine Zeit mehr zu reflektieren, was es bedeutet andere bewusst auszugrenzen und zu welchen Dynamiken dies schlussendlich führen kann. Diese Ausgrenzung muss, so wie jede andere gesellschaftliche Struktur, im Unterricht angesprochen und behandelt werden. Nur wenn wir in der Schule anfangen, unsere Geschichte und Verantwortung reflektiert aufzuarbeiten, können wir einer derartigen Entwicklung entgegenwirken.

„Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“ (Theodor W. Adorno)