Aktion kritischer Schüler_innen


10. Dezember: Internationaler Tag der Menschenrechte

10. Dezember 2015

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. In 30 Artikeln listet sie universelle Menschenrechte auf, die auf der ganzen Welt gelten sollen.

Der 10. Dezember ist seither auch Internationaler Tag der Menschenrechte und wird genutzt, um darauf aufmerksam zu machen, dass viele Menschenrechte auch 67 Jahre nach der UN-Erklärung noch nicht umgesetzt wurden, weder weltweit noch in Österreich, geschweige denn der EU.

Auch wir wollen an diesem Tag auf zwei Artikel der Menschenrechtserklärung aufmerksam machen, deren Umsetzung schon lange auf sich warten lässt.

Artikel 14: Jede_r hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

Europa befindet sich in der Krise. Es ist jedoch keine Flüchtlingskrise, es ist eine Krise der Menschlichkeit und diese Krise währt schon länger. Die Dublin-Abkommen der Europäischen Union sorgen dafür, dass Menschen in die meisten europäischen Staaten faktisch nicht legal einreisen können, denn für die Erstaufnahme von Flüchtlingen ist laut diesen Verordnungen der erste EU-Mitgliedsstaat zuständig, in den sie einreisen. Heute fordert zum Beispiel Deutschland eine fairere Verteilung von Flüchtlingen während sie die selbe Forderung noch vor 2 Jahren selbst ablehnten. Hätte es in der Vergangenheit schon sinnvollere Abkommen gegeben, würde es heute nicht diese Art von Chaos geben, unter dem die Menschen leiden, die unglaubliche Strapazen auf sich genommen haben, um endlich in Sicherheit zu sein.

Als wäre das nicht genug, gab es in den letzten Jahren in Italien Fälle, in denen Menschen vor Gericht gestellt wurden, weil sie Flüchtlingen vor dem Ertrinken gerettet hatten. Sie wurden vor ein Gericht eines Staates gestellt, der Mitglied der EU ist. Jener EU, die 2012 Friedensnobelpreisträgerin wurde.

Artikel 22, 1.: Jede_r hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

327.145. Das ist die Anzahl der amtlich vorgemerkten Arbeitslosen im August 2015.

10,8%. Das ist die Quote der arbeitslosen Jugendlichen in Österreich.

Solche Statistiken ließen sich endlos aufzählen und sind seit Jahren ähnlich. Doch ändern tut sich nichts. Unter der EU-weiten Doktrin des Sparens wird immer weiter am Sozialsystem gespart, was zum Beispiel in Spanien zu einer Jugendarbeitslosigkeit von 48% geführt hat. Statt in Menschen zu investieren, Arbeitsplätze zu schaffen und Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, schaffen die europäischen Staaten Sozialleistungen ab, sparen an der Bildung und schaffen die größte Vermögensungleichheit seit Jahrzehnten. Doch jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf Gerechtigkeit und ein gutes Leben!

Artikel 23, 2.: Jede_r, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

In Österreich verdienen Frauen* durchschnittlich immer noch fast ein Viertel weniger als Männer*. Auch bei gleicher Arbeit verdienen Männer* mehr als Frauen*. Was die Gründe dafür sind, und welche Gegenmaßnahmen man ergreifen müsste, könnt ihr hier nachlesen.

Hier könnt ihr die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nachlesen