Aktion kritischer Schüler_innen


Bildungsreform: 1 Schritt nach vorne, 2 Schritte zurück

17. November 2015

Verhaltene Reaktionen kommen nach der Präsentation der Details zur Bildungsreform von der Aktion Kritischer Schüler_innen (AKS). Positiv bewertet die AKS die Abschaffung der Landesschulräte und längst überfällige Modernisierungen, wie die Digitalisierung der Schulen. Bei den Themen Verwaltung und Gesamtschul-Modellregionen hätte sich Christina Götschhofer, Bundesvorsitzende der AKS, allerdings mehr Konsequenz in der Umsetzung erwartet. „ Schüler_innen leiden als die Hauptbetroffenen der Bildungsreform wieder an den Blockaden der Landeshauptleute und der ÖVP. Anstatt einer einheitlichen Verwaltung gibt es einen faden Kompromiss, auch die dringend notwendige Einführung der Gesamtschule wird weiter in ferne Zukunft verschoben,“ kritisiert Götschhofer.

Kritisch beäugt Götschhofer auch das Thema Schulautonomie. So ist es zwar erfreulich, dass es mehr Spielräume für neue pädagogische Mittel gibt. „ Die Möglichkeit, Schüler_innen in der Volksschule auch abseits von Ziffernnoten zu benoten, ist ein erster Schritt in eine moderne Leistungsbeurteilung, geht jedoch nicht weit genug“ so Götschhofer. Dass aber beispielsweise Entscheidungen über die Gruppengrößen an den einzelnen Schulstandorten getroffen werden, hält die Vorsitzende aber für einen Schritt in die falsche Richtung. „Fragen zur Gruppengröße müssen rein nach pädagogischen Aspekten beantwortet werden. Da kann es nicht sein, dass einzelne Schulen diese dann aufgrund finanzieller Überlegungen höher legen.“

Ganz grundlegend ist jedoch bei dem Thema Schulautonomie die Einbindung der Schüler_innen. Hier bemängelt Götschhofer die fehlende Verankerung der Mitbestimmungsmöglichkeiten. „Schulautonome Entscheidungen müssen auch von Schüler_innen mitgetragen werden. Es kann nicht sein, dass Schulautonomie gleichbedeutend ist mit der Entscheidungsfreiheit der Direktion. Schulautonomie muss der Startschuss für eine längst überfällige Demokratisierung der Schule sein!“

Abschließend stellt Götschhofer klar: „Diese Bildungsreform führt in manchen Bereichen vielleicht in eine gute Richtung. Doch für eine progressive, demokratische und sozial gerechte Schule des 21. Jahrhunderts brauchen wir mehr als eine Reform. Für diese brauchen wir eine Bildungsrevolution“

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