Aktion kritischer Schüler_innen


Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit!

11. Oktober 2015

Heute, am 11. Oktober, ist der österreichweite Equal Pay Day. Das ist der Tag im Jahr, ab dem Frauen* gratis arbeiten. Aber gratis arbeiten, wie ist das möglich?

Frauen* verdienen durchschnittlich immer noch fast ein Viertel weniger als Männer*.
Würde man also Frauen* das gleiche Gehalt pro Tag auszahlen, das Männer* durchschnittlich verdienen, dann würden Frauen* ab dem 11. Oktober keinen Lohn mehr erhalten, da ihr Jahresumsatz bereits zu diesem Zeitpunkt verbraucht wäre. Das sind insgesamt 81 Tage, die Frauen* durch den Einkommensunterschied gratis arbeiten. Durch den Equal Pay Day will man auf die Lohnschere zwischen Männern* und Frauen* aufmerksam machen.

Das Datum des EPDs bleibt jedoch nicht jedes Jahr gleich und ist auch von Bundesland zu Bundesland verschieden. Die Berechnung des Datums stützt sich jedes Jahr auf die Ergebnisse des aktuellen Rechnungshofberichts.

Frauen* in der Arbeitswelt
Frauen* verdienen durchschnittlich 23,85% weniger als ihre Kollegen*. Doch das ist nicht die einzige Hürde in der Arbeitswelt. Frauen* haben höhere Bildungsabschlüsse als Männer* und trotzdem findet man kaum Frauen* in Spitzenpositionen von Unternehmen. Dieses Phänomen nennt man Gläserne Decke. Diese findet man nicht nur in der Arbeitswelt, sondern auch im schulischen Vertretungssystem wieder.

Der Equal Pay Day ist eine Maßnahme um auf die Diskriminierung in der Arbeitswelt hinzuweisen. Nur darauf hinzuweisen, reicht allerdings nicht. Es müssen auch Abläufe im Berufsleben geändert werden, damit Frauen* gleich behandelt und bezahlt werden. Beispiele dafür sind die Frauen*quote, die dazu führt, dass Führungspositionen vermehrt von Frauen* besetzt werden, und die Väter*karenz, deren Ziel es ist, Väter* dazu zu animieren, auch Teil der Kinderbetreuung zu sein.

Frauen* in der Schule
Doch es reicht nicht, erst im Berufsleben auf die Ungleichbehandlung hinzuweisen. Es müssen schon im Schulsystem frauen*fördernde Maßnahmen getroffen werden, um Gleichberechtigung auch in der Arbeitswelt durchsetzen zu können.

Um aufzuzeigen, dass die strukturelle Benachteiligung von Frauen* schon in der Schule beginnt, führen wir jedes Jahr den SV- Genderreport durch. Dieser soll das Geschlechterverhältnis in der österreichischen Schüler_innenvertretung beleuchten und Lösungsansätze bieten.
Download des SV-Genderreport (PDF-Version)

In der Schule passiert es oft, dass Lehrpersonen Schüler* mehr fördern und fordern als Schülerinnen*. Besonders oft kann man das in Fächern bemerken, in denen Schülern* mehr Interesse und Wissen zugeschrieben wird – also zB Mathematik, Physik oder Geografie.
Wir unterstellen Lehrer_innen nicht, dass sie das absichtlich machen! Vielmehr ist es ein gesamtgesellschaftliches Problem, dessen Auswirkungen auf diese Weise in der Schule zu spüren sind. Ein möglicher Lösungsansatz wäre die reflexive Koeduktion. Darunter versteht man die bewusste Förderung der notwendigen Fähigkeiten sowohl bei Schülerinnen* als auch bei Schülern*, um geschlechtsstereotype Rollenzuweisungen aufzulösen und ein gleichberechtigtes Lernen zu ermöglichen.