Aktion kritischer Schüler_innen


17. November – Internationaler Tag der Schüler_innen

17. November 2014

Wir Schüler_innen sind die größte Berufsgruppe in Österreich. Doch nicht nur das, wir sind die, die von bildungspolitischen Entscheidungen am meisten getroffen, und zugleich am wenigsten gefragt werden. Uns Schüler_innen wird die Fähigkeit abgesprochen über unser Leben und unsere Wünsche zu sprechen. Wir bekommen immer gesagt, dass wir faul und politikverdrossen sind. Uns wird immer gesagt, dass wir erst dann mitreden dürfen, sobald wir einen Abschluss haben. Uns wird jahrelang nicht zugetraut, dass wir selber entscheiden können, wann wir auf die Toilette müssen, doch sobald wie die Matura in der Hand haben, müssen wir über unser Leben entscheiden.
Uns wird vermittelt, dass wir nur dann etwas wert sind, wenn wir die Matura haben.
Uns wird vermittelt, dass wir nur dann eine Meinung haben können, wenn wir die Matura haben.

Dabei muss man nur einmal mit einer_einem Schüler_in reden, um zu merken, dass das nicht stimmt. Alle wissen was sie cool finden und was sie stört. Alle Schüler_innen haben eine Meinung zur Schule und zu dem System, in dem wir in der Schule sind. Die einen wollen mehr Klopapier, die anderen hätten gerne eine Kaffeemaschine in der Klasse und wieder andere wollen ihre landes- sowie bundesweite Vertretung direkt wählen können.
Wir alle haben eine Meinung und die ist es wert gehört zu werden!

Der 17. November zeigt genau das auf: Schüler_innen haben eine Stimme und die ist es wert gehört zu werden. Doch nicht nur gehört werden soll sie, wir Schüler_innen müssen ernst genommen werden. Wir Schüler_innen haben das Recht auf Mitbestimmung.
Die Geschichte des 17. Novembers geht auf verschiedene Schüler_innen- sowie Studierendenproteste zurück, die immer wieder (teilweise blutig) niedergeschlagen wurden. Dabei ging es immer über die Schulgrenzen hinaus, bis hin zu den Regierungen in den Ländern in denen die Proteste stattgefunden haben. Schüler_innen und Studierende waren immer federführend an den Protesten beteiligt.

Das zeigt ganz klar auf, dass Schüler_innen eine Meinung haben.
Das zeigt ganz klar auf, dass Schüler_innen endlich die Möglichkeit bekommen müssen mitreden zu können.
Das zeigt ganz klar auf, dass Schüler_innen als Menschen ernst genommen werden müssen – egal, ob sie einen Abschluss haben oder nicht.

Doch so lange das nicht möglich ist, müssen wir dafür kämpfen ernst genommen zu werden. Das kann von kleinen Aktionen an der Schule bis hin zu bundesweiten Demonstrationen gehen. Wenn uns in der öffentlichen Diskussion zu Themen, die uns betreffen, kein Platz gegeben wird, dann müssen wir uns diesen Platz selber nehmen.
Wir haben ein Recht darauf mitzureden – vor allem bei Punkten, die uns betreffen.

Wir haben uns heute mit Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek getroffen, um ihr unseren offenen Brief für einen lebenswerten Schulalltag zu überreichen. Wir haben bewusst diesen Tag gewählt, da es besonders heute wichtig ist, zu zeigen, dass Schüler_innen mitreden wollen und Ideen haben, wie man die Schule zu einem Ort machen kann, in dem sich alle wohlfühlen.