Aktion kritischer Schüler_innen


Internationaler Tag der Armutsbekämpfung

17. Oktober 2014

Heute ist internationaler Tag der Armutsbekämpfung. 1,2 Milliarden Menschen weltweit leben zurzeit in extremer Armut. Das heißt, dass diese Menschen weniger als 1€ pro Tag zum Leben haben. Diese Zahl verbessert sich leider seit den letzten Jahren nicht wirklich.

Die ärmsten Länder der Welt

Von Armut betroffen sind hauptsächlich Entwicklungsstaaten. Das sind Staaten, deren Wirtschaft noch nicht so angekurbelt ist, wie beispielsweise die in Österreich. Dies kann viele Gründe haben – schlechte geographische Lage, falsche (Wirtschafts-)Politik, Ausbeutung durch reichere Länder oder eine enorme Staatsverschuldung. Länder wie Äthiopien, Uganda oder Nicaragua sind so hoch verschuldet, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als ihre gesamten Nahrungsmittel, die sie produzieren, zu verkaufen. Das hat zur Folge, dass immer mehr Menschen aus solchen Ländern an extremer Unter- und Mangelernährung leiden und täglich weltweit 100.000 Menschen an den direkten oder indirekten Folgen sterben. Eine Teufelsspirale. Genau aus diesem Grund versuchen viele NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) und NPOs (Non-Profit-Organisationen) auf der ganzen Welt gegen diesen Zustand anzukämpfen.

1 Million – auch in Österreich

Aber auch in reichen Ländern wie Österreich existiert Armut. Hierzulande leben zirka eine Million Menschen in Armut – das ist fast ein Achtel unserer Gesamtbevölkerung. Leider wird Armut in Österreich viel zu wenig thematisiert. Gefährdet sind hauptsächlich Migrant_innen, Frauen und Kinder. Migrant_innen, weil Rassismus in Österreich noch immer nicht überwunden ist, Frauen, weil diese oft Alleinerzieherinnen sind. Diese Umstände führen dazu, dass Frauen oft in Teilzeit- und Halbtags-Jobs gedrängt werden, weil sie für die Kinder sorgen müssen. Sie haben deshalb keine Chance ausreichend Geld für ihren und den Unterhalt ihrer Kinder zu verdienen.

Doch Armut wird nicht nur durch Geld definiert. Soziale Isolation, prekäre Wohnverhältnisse, selektiver Bildungszugang, die schwindende Hoffnung auf ein besseres Leben und nicht zuletzt die Weitervererbung von Armut sind ein großes Problem – auch in Österreich.

Um ein so gewaltiges, weltweit derart verstricktes Problem zu bewältigen, muss global gedacht und lokal gehandelt werden. Armut ist kein Zufall, sondern entsteht durch die systematische Ausbeutung Vieler zur Bereicherung der ohnehin schon Reichsten dieser Welt. Wenn es um Armut geht, geht es um Menschenleben. Und um diese zu retten, müssen die unterschiedlichen Staaten ihren Konkurrenzkampf aufgeben und endlich gemeinsam agieren!