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Aktion kritischer Schüler_innen

Gruppenfoto von der Politischen Akademie der AKS

Bildbeschreibung: PolAKS
Gruppenfoto von der Politischen Akademie der AKS

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Abtreibung


Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht irgendein Eingriff, den viele statt Verhütung vornehmen lassen, sondern der allerletzte Ausweg bei ungewollter Schwangerschaft.
Auch wenn Abtreibung in Österreich seit 1975 straffrei(straffrei – nicht legal!) ist, zumindest nicht innerhalb der ersten drei Monate der Schwangerschaft(das ist die 16. Woche ab dem letzten Tag der letzten Regelblutung) und mit voriger Beratung von einer Ärztin oder einem Arzt, ist erstens eine Ärztin/kein Arzt nicht dazu verpflichtet, den Eingriff vorzunehmen und zweitens variieren die Preise für einen Abbruch zwischen 200 und 800 Euro und werden nicht von der Krankenkasse übernommen.
Außerdem müssen sich Frauen, die abtreiben möchten, extrem oft mit Vorurteilen à la „Wer heute noch schwanger wird, ist selbst Schuld!“ herumschlagen. Diese Aussage greift allerdings viel zu kurz. Denn solange Verhütungsmethoden nicht 100%ig sicher und gratis sind, kann davon nicht die Rede sein. Hinzu kommt, dass der Sexualunterricht in Schulen meist nur oberflächlich angeschnitten und in ein bis zwei Stunden abgespult wird und viele einfach nicht richtig aufgeklärt wurden.
Trotzdem ist es immer wieder ein riesengroßer Schritt gerade für junge Frauen, den Eingriff vornehmen zu lassen.
Es kann auf 3 Arten abgetrieben werden. Zwei davon können nur durch eine Operation durchgeführt werden. Das sind die Absaugmethode, bei der eien Art Schlauch durch die Vagina geschoben und der Fötus „ausgesaugt“ wird, und die Auskratzmethode, bei der der Muttermund geweitet und der Fötus mit einem Stäbchen rausgekratzt wird. Letzteres ist oft auch nach Fehl- oder Frühgeburten nötig und Reste zu entfernen. Diese beiden Methoden werden normalerweise nur unter Vollnarkose durchgeführt, dauern dafür aber nur wenige Minuten.
Die dritte Methode ist die Abtreibungspille „Mifegyne“. Diese dauert 3 Tage lang, in denen man ärztlich betreut wird und eigentlich nur liegen und/oder auf dem WC sitzen kann. Narkose und Operation sind hierfür logischer Weise nicht nötig, dafür können aber stärkere Schmerzen auftreten.
Welche die richtige Methode ist, kann durch ein Gespräch bei einem Arzt/einer Ärztin entschieden werden.

Verhütung


Bush, der Papst und Co sprechen sich gegen Verhütung und für Enthaltsamkeit aus. Die streng-christliche Lehre scheint Sex zum Spaß und damit nicht zum Kinder kriegen, abschaffen zu wollen. Eine Politik, die veraltete Werte, klar eingeteilte Rollenbilder und konsercative Vorstellugen von Beziehungen vermittelt, wehrt sich gegen die Gesellschaft und vor allem jüngere Generationen – Denn Sex macht Spaß! Sex darf nicht totgeschwiegen werden, sondern muss ein Thema sein. Und Verhütungsmittel haben kostenlos und ohne Hemmschwelle zur Verfügung gestellt zu werden.
Es gibt mittlerweile viele verschiedene Möglichkeiten zu verhüten.
Als eines der bekanntesten wohl das Kondom, das zu den Barrieremethoden zählt, deren Konzept ein einfaches ist: Die Spermien werden daran gehindert in die Gebärmutter zu dringen um ein Ei zu befruchten.
Das Praktische an Kondomen ist außerdem, dass sie auch vor Geschlechtskrankheiten wie Aids oder Hepatitis schützen. Die Sicherheit von Kondomen liegt bei ca. 97%, Manche meinen, Kondome und vor allem die Unterbrechung währen dem leidenschaftlichen Herumgeschmuse vor dem eigentlichen Geschlechtsakt kann die Lust töten. Andere Barrieremethoden sind zum Beispiel das weniger populäre Diaphragma(Sicherheit liegt zwischen 93 und 98%) oder dem Femidom(zwischen 90 und 95%)
Hormonelle Verhütungsmittel, wie die Pille, verändern den Hormonhaushalt der Frau so, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu keiner Schwangerschaft kommen kann. Doch: Hormonelle Verhütungsmethoden schützen vor keinen Krankheiten!!
Die Pille verhindert durch das Gestagen die Verflüssigung des Schleims im Gebärmutterhals und somit, dass die Spermien in die Gebärmutter eindringen. Außerdem hemmt der Östrogenanteil die Eizellenreifung und damit den Eisprung.
Ihre Sicherheit liegt bei fast 99%, kann allerdings Nebenwirkungen mit sich bringen. Das Risiko für Thrombose, Schlaganfälle, Brust. Oder Gebärmutterhalskrebs und Herzinfarkte werden durch die Einnahme erhöht. Es kann auch zu einem Ziehen in der Brust, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen oder ähnlichem kommen. Manche sprechen sogar von regelrechten Depressionen oder sexueller Unlust.
Andere hormonelle Verhütungsmethoden sind die Minipille, die Dreimonatsspritze, die Hormonspirale, das Hormonimplantat, der Verhütungsring oder das Hormonpflaster.
Als letztes gibt es noch die (Fruchtbare und Unfruchtbare Tage der Frau) und Chemischen(Salben, Gels, Zäpfchen, Schaum oder Sprays, die Spermien abtöten sollen) Methoden zur Verhütung. Diese haben jedoch eine relativ kleine Sicherheitsquote und sind deshalb nicht zu empfehlen.


Pornographie


In Österreich ist Pornografie grundsätzlich nicht verboten.
Verboten ist nur die unzüchtige(harte) Pornografie, die nach der Rechtsprechung die „exzessiv aufdringliche, anreißerische verzerrte und nur das Obszöne betonende, den Wertvorstellungen der Gesellschaft in geschlechtlicher Hinsicht gröblich widersprechende Darstellung von sexuellen Handlungen“ ist.
Maßstab für diese Einschätzung ist der Durchschnittsmensch. Typisch „harte Pornografie“ ist unter anderem Sodomie, Kinderpornografie und gewalttätige Pornografie. Verboten ist die Herstellung, Verbreitung, Ein- und Ausfuhr, Beförderung und Lagerung harter Pornografie, sofern dies in gewinnsüchtiger Absicht erfolgt. Der Besitz und Konsum von verbotener Pornografie ist nicht strafbar, sofern es sich dabei nicht um kinderpornografisches Material handelt.
Relative Pornografie ist jenes pornografisches Material, das nicht unzüchtig ist und daher nicht unter den Tatbestand der harten Pornografie fällt. Der Vertrieb, die Produktion und der Besitz sind daher erlaubt, relativ pornografische Gegenstände dürfen aber nur Personen über 16 Jahren zugänglich gemacht werden.
Ein viel strengeres Verbot erfasst die Kinderpornografie. Diese ist strafbar. Sie erfasst die bildliche Darstellung einer geschlechtlichen Handlung von Personen unter 18 Jahren, wobei der Anschein einer sexuellen Handlung mit einer minderjährigen Person für die Strafbarkeit genügt. Verboten ist einerseits die Darstellung, Verbreitung und der Handel und andererseits aber auch der Besitz und die Beschaffung. Die Betrachtung alleine ist für sich nicht strafbar.
Farbdruck, die Videotechnik sowie das Internet haben die Verfügbarkeit und den Zugang zu Pornografie im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bedeutend vereinfacht. Wissenschaftliche Studien über Auswirkungen von Pornografie auf die Psyche sind bisher eher selten. Auf weltanschaulicher und teilweise religiöser Ebene wird jedoch kontrovers diskutiert, ob sich der vereinfachte Zugang nun günstig, neutral, belastend oder sogar schädlich auf die jeweiligen Konsumenten auswirkt.
Von feministischer Seite wird Pornografie kritisiert, in der Frauen als passives Objekt männlicher sexueller Begierden statt als aktives Subjekt dargestellt werden. Diese Art Pornografie insbesondere mit Bezug zu BDSM soll mit der von Alice Schwarzer initiierten PorNo-Kampagne bekämpft werden. Ebenfalls mit Besorgnis wird die Darstellung von Frauen als stets sexwillige Personen betrachtet, die mit jedermann und sofort sexuelle Beziehungen eingehen wollen. Schwarzer vertritt die Auffassung, Pornografie stelle Sexualität realitätsfern dar und „macht so die Sexualität kaputt“.
Umgekehrt wird anscheinend in vielen neueren Produktionen aber auch häufig der Mann zum Lustobjekt der Frau.



Prostitution


Prostitution von Erwachsenen ist in Österreich nicht mehr strafbar.
Strafbar sind jedoch, wenn ein Freier mit einer minderährigen Prostituierten Geschlechtsverkehr hat ( sexueller Missbrauch von Jugendlichen), entgeltliche Vermittlung von Sexualkontakten mit Minderjährigen, Zuführen zur Prostitution und grenzüberschreitender Prostitutionshandel.
Da auch Zuhälterei verboten ist, gibt es keine Möglichkeit, als Prostituierte in einem Angestelltenverhältnis zu arbeiten. Prostituierte gelten aber als "selbständig Erwerbstätige”.
In den einzelnen Bundesländern behandeln Landesgesetze weitere Regelungen von Prostitution wie Registrierungspflicht sowie zeitliche und örtliche Beschränkungen.
Am strengsten ist die Regelung in Vorarlberg. Dort ist Prostitution nur in bewilligten Bordellen erlaubt, wobei aber bis jetzt kein Bordell bewilligt ist, sodass faktisch ein Prostitutionsverbot gilt. Was nicht bedeutet, dass es in Vorarlberg keine Prostitution gibt.
Eine Studie eines Wiener Marktforschungsinstituts hat in den 1960ern ergeben, dass jeder zweite erwachsene männliche Österreicher mindestens einmal in seinem Leben die Dienste einer Prostituierten in Anspruch nimmt.
In Wien können Frauen legal als Prostituierte arbeiten, wenn sie volljährig sind, sich bei der Bundespolizeidirektion Wien melden, nach einer ärztlichen Untersuchung im Gesundheitsamt einen Lichtbildausweis erhalten (die Kontrollkarte, „Deckel“, "die grüne Karte") und sich wöchentlich beim Gesundheitsamt in der Schnirchgasse 14, 1030 Wien untersuchen lassen.
Seit 1986 sind Prostituierte einkommensteuerpflichtig.
Einer Schätzung zufolge arbeiteten im Jahr 2007 6.000 Frauen in Wien legal oder illegal zumindest fallweise als Prostituierte. Nach niedrigen Schätzungen bedient eine Prostituierte täglich durchschnittlich drei Freier, sodass sich daraus eine Zahl von geschätzten 15.000 Freierkontakten pro Tag in Wien ergibt. Ein ähnlicher Anteil der Prostituierten an der Einwohnerzahl findet sich auch in anderen österreichischen Städten. 60 bis 80 Prozent der Prostituierten sind Migrantinnen, vorwiegend aus den ehemaligen Ostblockländern, darunter auch viele Tagespendlerinnen aus der nahe gelegenen Slowakei. Die Frauen können hier in einer Nacht mehr verdienen als in einem Monat in einem „normalen“ Beruf in ihrem Heimatland.

Heteronormativität

Eine weitere Art der Diskriminierung stellt die Heteronormativität unseres Umfelds dar. Sie stellt Homo-Bi-Trans*-Sexualität in ein unsichtbares Eck der Gesellschaft und institutionalisiert Heterosexualität als einzige wahrgenommene Lebensweise.
Heteronormativität stellt weiters die Systematisierung heterosexueller Lebensformen in unserem Gesellschaftssystem in den Vordergrund und beachtet keine alternativen Lebensformen wie etwa eine gleichgeschlechtliche Partner_innenschaft. Beispiele dafür sind meist in Medien, Werbung und öffentlichen Diskursen zu finden. Aber auch in vielen Lehrbüchern tritt Heteronormativität verstärkt auf, denn diese scheinen nur die Bipolarität von männlich-weiblich und Mann-Frau zu kennen. So zum Beispiel wird in Schulbüchern nur von heterosexuellen Partner_innenschaften geschrieben.
Egal, in welcher ihrer etlichen Facetten Homophobie auftritt, sie darf in keinem Fall akzeptiert oder abgeschwächt werden.
Die Erfindung der Krankheit Homosexualität Ende des 19. Jahrhunderts stigmatisiert bis heute nicht-heterosexuelle Menschen. Auch innerhalb der Frauenbewegungen werden nicht-heterosexuelle Frauen als Randgruppe gesehen und werden, wie Constance Ohms dies formuliert, unsichtbar gemacht: „Es gab Zeiten, in denen offen und mit aller Gewalt versucht wurde, diese (lesbische Frauen) zu vernichten; heute geschieht dies vorwiegend durch Ignorieren und Unsichtbarmachen.(...) Das Unsichtbarmachen ist eines der wirkvollsten Mittel, die das Patriarchat gegen andere Lebensformen einsetzen kann.“ Wer wann mit wem schlafen will oder auch nicht, ist jedem/jeder einzelnen selbst überlassen. Sexualität muss offen sein und kann weder an Geschlechterrollen, noch an der Geschlechteridentität, der sexuellen Identität, den sexuellen Wünschen oder Praktiken festgemacht werden. Lesbische Feministinnen haben deswegen immer wieder auf wissenschaftlichen Heterozentrismus hingewiesen, denn nach Ohms ist „der zweite Stützpfeiler des Patriarchats, der gesellschaftliche Zwang zur Heterosexualität.“


Selbstbestimmte Sexualität

Der Begriff der selbstbestimmten Sexualität ist ein sehr offener und meint vor allem einen möglichst freien Umgang mit dem eigenen Körper und den eigenen Lustempfindungen. Wie eigene Sexualität wahrgenommen wird, hängt von der jeweiligen Sozialisation während der Kindheit und während des gesamten Lebens ab.
Die sexuelle Identität steht in enger Verbindung zur weiblichen Identität von Frauen. Stark prägend für die sexuelle Entwicklung von Frauen ist der Umgang mit ihnen als Mädchen und die schon sehr früh wahrgenommenen unterschiedlichen Wertigkeiten der Geschlechter. Jungs als wild und kämpferisch, Mädchen als schüchtern und emotional. Auch zeigen verschieden Studien, dass eine Mehrheit der Jugendlichen zwischen 11 und 14 Jahren schon pornographisches Bildmaterial gesehen haben. Die Jugendlichen sind dabei mit Bildern konfrontiert, die Fragen aufwerfen und verstören.
Ohne klare Aufklärung in der Schule, werden sie mit diesen Fragen oft allein gelassen und beginnen das, was sie sehen, nachzuahmen und übernehmen die Geschlechter-Stereotypen, die ihnen in pornografischen aber auch anderen kommerziellen Filmen vorgelebt werden.
Jugendliche sollen ihre Sexualität frei entfalten können, ohne von Pornos und Geschlechter-Rollenbildern unter Druck gesetzt zu werden. Dies ist kaum möglich, wenn nicht der Aufklärungsunterricht in der Schule geändert wird.
Ein anderes Problem, dass sich schon im Kindesalter bzw. in der Pubertät entwickelt, ist das tabuisieren der weiblichen Sexualität. Masturbation und weibliches Lustempfinden wird oft durch elterliches und gesellschaftliches Schweigen zu einer schmutzigen, geheimen Tätigkeit.
Über verschiedenste Mechanismen wie Spielzeuge, Aussagen des nahen Umfelds, schulische Aufklärung und den geschlechtsspezifschen Umgang mit Mädchen, wird die Rolle einer braven, leisen Frau mit einer passiven Sexualität einzementiert, die auf die wahre Liebe wartet und sich ohnehin nicht gegen männliche Übergriffe wehren kann.
Selbstbestimmte Sexualität versucht alle diese eintrainierten Verhaltensmuster zu durchbrechen und Frauen von Ängsten vor ihrem eigenen Körper und ihrer Sexualität zu befreien, um herauszufinden, welche die eigenen Vorstellungen und Wünsche wirklich sind.

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